Welche Länder sind aktuell Corona-Risikogebiete und wo droht Quarantäne?

Urlaub trotz Corona

Großer Quarantäne-Planer: Welche Länder Corona-Risikogebiete sind - und wo es brenzlig ist


In vielen Urlaubsländern steigen die Infektionszahlen wieder an. Einige europäische Länder, die bisher als sicher galten, könnten schon bald zum Risikogebiet werden. Wir zeigen, wo die Infektionsgefahr steigt und mit was Urlauber in diesem Fall rechnen müssen.

 

Seit viele europäische Länder ihre Grenzen für Touristen wieder geöffnet haben, ist die Freude über die wiedergewonnene Reisefreiheit groß. Doch wie es scheint, währt sie nur kurz. Denn genau der Fall, den viele Experten befürchtet haben, tritt nun ein: Die Infektionszahlen an vielen beliebten Reisezielen wie beispielsweise Spanien, Portugal und Österreich steigen wieder an.

 

Wann müssen Reisende in Quarantäne

Für Urlauber bedeutet dies nicht nur eine erhöhte Infektionsgefahr, sondern auch möglicherweise eine Quarantäne nach der Rückkehr, wenn das Land kurzfristig aufgrund stark steigender Zahlen als Risikogebiet eingestuft wird. Die Quarantänezeit beträgt in der Regel 14 Tage und unterliegt den Bestimmungen jedes einzelnen Bundeslandes. Ausgenommen von einer Quarantäne sind dann nur diejenigen, die einen negativen Sars-CoV-2-Test vorlegen können, der bei der Einreise nicht älter als 48 Stunden ist.

 

Diese Länder sind Risikogebiete

Noch bis zum 31. August gilt die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts, die von unnötigen Reisen in alle Länder mit Ausnahme der meisten EU-Länder sowie den Schengen-assozierten Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein sowie Großbritannien abrät. Zwar ist es nicht verboten, in diese Länder zu reisen, aber im Notfall könnten Urlauber vor Ort wegen erschwerter Einreise- und Reisebedingungen sowie Lockdowns in eine schwierige Lage geraten. 

 

Außerdem listet das Robert-Koch-Institut insgesamt 130 Länder auf, die als Risikogebiet für das Coronavirus gelten - darunter auch einige beliebte Urlaubsländer: 

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Angola
  • Antigua und Barbuda
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Barbados
  • Belarus
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnia und Herzegowina
  • Brasilien
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d'Ivoire
  • Dominica
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Eswatini
  • Gabun
  • Gambia
  • Ghana
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Israel
  • Jamaika
  • Jemen
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo DR
  • Kongo Rep
  • Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kuba
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Luxemburg
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Malediven
  • Mali
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mexiko
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Mosambik
  • Namibia
  • Nepal
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Panama
  • Papua-Neuguinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippinen
  • Republik Moldau
  • Ruanda
  • Russische Föderation
  • Saint Kitts und Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Sambia
  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi Arabien
  • Senegal
  • Serbien
  • Seychellen
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Sri Lanka
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad Tobago
  • Tschad
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Uganda
  • Ukraine
  • USA
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Zentralafrikanische Republik

 

Luxemburg einziges Risikoland innerhalb der EU

Als einzige europäische Land, dass derzeit auf der Liste des Robert-Koch-Instituts als Risikogebiet gilt, ist Luxemburg. Weil das Infektionsgeschehen dort in den letzten sieben Tagen den Wert von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner überschritten hat, warnt das Auswärtige Amt explizit vor einer Einreise. Die Grenzen sind aber dennoch offen und auch bei der Einreise bestehen keinerlei Beschränkungen.

 

Wie schnell sich die Bewertung eines Landes ändern kann, zeigt sich derzeit im Fall von Spanien. Zwar stuft die Bundesrepublik das Land momentan nicht als Risikoland ein, aber dafür hat es Großbritannien am 26. Juli auf die Liste der Risikoländer gesetzt und eine Quarantänepflicht für alle Spanien-Rückkehrer eingeführt. Außerdem warnt es vor nicht nötigen Reisen dorthin.

 

Die Folge: Viele Urlauber aus Großbritannien versuchten nach Ankündigung der Maßnahme noch schnell Spanien zu verlassen, um daheim nicht in Quarantäne zu müssen. 

 

Spanien: Laut Informationen des Auswärtigen Amtes liegt die Zahl der Neuinfektionen in Spanien insgesamt noch unter 50 Fällen pro 100.000 Einwohner. Das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), an dem sich auch das Auswärtige Amt orientiert, beziffert die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten 14 Tage in Spanien auf 35,1 – also noch weit entfernt vom festgelegten Grenzwert.

 

Nur lokal in den Regionen Aragón, Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona und Navarra wird diese Schwelle momentan deutlich überschritten. Wegen der hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen, touristischen Reisen in diese Regionen ab. Dennoch gilt Spanien nicht als Risikoland. 

 

Kroatien: Obwohl das beliebte Urlaubsland an der Adria zunächst gut durch die Krise kam, nahmen die Infektionszahlen zuletzt stark zu. Regionale Schwerpunkte sind die Hauptstadt Zagrab und ihr Umland sowie Slawonien und Split-Dalmatien. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten 14 Tage liegt bei 27,8. 

 

Österreich: Seit Anfang Juli steigen die Infektionszahlen wieder an. Die meisten akuten Infektionen meldet dabei mit 484 Fällen die Hauptstadt Wien. Ähnlich hoch sind sie mit 480 im Bundesland Oberösterreich, zu dem auch St. Wolfgang gehört, der sich gerade zu einem Corona-Hotspot entwickelt. In den Bundesländern Kärnten und Tirol hingegen stellt sich die Corona-Lage deutlich entspannter dar: Sie melden mit 14 und 48 aktuell nur sehr wenig. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfizierten im Land innerhalb der letzten 14 Tage bei 18,5.

 

Schweden: Das skandinavische Land, das für seinen Sonderweg in Sachen Corona bekannt wurde und einen harten Lockdown vermieden hat, weist zwar mit einer Neuinfektionszahl von 40.1 innerhalb der letzten 14 Tage, keine niedrigen Zahlen auf, liegt aber dennoch unter dem Grenzwert als Risikogebiet. Zwar war die Zahl der Neuinfizierten laut Auswärtigem Amt im Juni konstant hoch, sie sinkt aber seit Anfang Juli kontinuierlich trotz hohem Testniveau. Regionale Schwerpunkte liegen derzeit in Gävleborg und Jönköping.

 

Portugal: Im Vergleich zu seinem Nachbarland Spanien kam Portugal vergleichsweise gut durch die Krise. Seit einigen Wochen wird aber eine besorgniserregende Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. In mehreren – von Touristen weniger besuchten –  Vororten der Hauptstadt galt daher seit Ende Juni bis Sonntag, 26. Juli, ein Lockdown. Mit einer Neuinfektionszahl von 35.5 innerhalb der letzten 14 Tage gilt Portugal aber nicht als Risikogebiet.

  

Bulgarien: Seit einiger Zeit steigt die Anzahl der Neuinfizierten in Bulgarien erheblich an. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Sofia. Regionale Schwerpunkte sind daneben Blagoevgrad, Varna, Dobrich und Kjustendil. Die Zahl der Neuinfektionen liegt innerhalb der letzten 14 Tage liegt bei 45.4 noch knapp unter dem Grenzwert. 

 

Italien: Im ehemaligen Corona-Hotspot Italien hat sich die Lage extrem verbessert. Seit Juni pendelt die Zahl der Neuinfizierten pro Tag etwa zwischen 200 und 300, Ausreißertage mit deutlich mehr neuen Fällen gibt es nur noch selten. Zuletzt hatten die Behörden etwa in Kalabrien kleinere, lokale Ausbrüche gemeldet. Insgesamt hat sich die Lage in Italien allerdings stabilisiert: Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der letzten 14 Tage liegt bei 5,1.

  

Frankreich: Auch in Frankreich haben die Ansteckungen mit Sars-CoV-2 wieder zugenommen. Am Donnerstag und Freitag vergangener Woche meldeten die Behörden erstmals seit Mai wieder an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als 1000 Neuinfektionen.

 

Besonders viele Infektionen zählen dabei die Departments Seine-Saint-Denis bei Paris sowie Mayenne im Nordwesten des Landes, wo vergangene Woche mit 50,1 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner erstmals der Grenzwert seit dem Lockdown überschritten wurde. Landesweit liegt die Quote der Neuinfektionen aber für die vergangenen 14 Tage lediglich bei 14,6. 

 

Griechenland: Hellas liegt mit 3,6 neuen Fällen innerhalb der letzten 14 Tage weit vom Grenzwert entfernt. Die meisten Infektionen gibt es im Großraum Athen und in der Region Xanthi im Nordosten des Landes.

  

Großbritannien: Das Vereinte Königreich ist nach wie vor stark betroffen - regionale Schwerpunkte liegen in Wales sowie im Norden des Landes. Für die Stadt Leicester gilt ein regionaler Lockdown. Laut ECDC liegt aber die Gesamtzahl der Neuinfizierten innerhalb der letzten zwei Wochen bei 14,7 und somit weit unter der Grenze zum Risikoland.

  

Welche Kriterien für die Einstufung als Risikogebiet gelten

Ab wann ein Land als Risikogebiet eingestuft wird, darüber entscheidet das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium des Inneren für Bau und Heimat. Zu den Kriterien gehören nicht nur steigende Infektionszahlen von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage, sondern auch eine Analyse der Ausbruchsart - ob lokal oder flächendeckend. Auch die Testkapazitäten sowie die Maßnahmen wie Hygiene- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung vor Ort werden für die Einstufung in Betracht gezogen. 

 

Laut Informationen des Auswärtigen Amts erfolgt eine Überprüfung der Einstufung alle zwei Wochen, bei Handlungsbedarf geschehe dies aber auch häufiger, so dass es durchaus zu kurzfristigen Änderungen kommen kann.

 

Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten

Wer aus einem Land zurückkehrt, das kurzfristig zu einem Risikoland erklärt wurde, kann sich bereits an einigen Flughäfen in Deutschland freiwillig testen lassen, um eine Quarantäne zu vermeiden - so zum Beispiel in München und in Nürnberg.

 

Künftig sollen diese Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten sogar verpflichtend sein. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag bei einer Schaltkonferenz mit seinen Amtskollegen aus allen Bundesländern mit. Sie soll kostenfrei sein und voraussichtlich schon nächste Woche in Kraft treten.

 

Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig und kostenlos innerhalb von 72 Stunden testen lassen - dann aber nicht am Flughafen, sondern in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.



Top Reiseschutz gefällig?

Reiseversicherung für Singles und Familien

 

✓ Bei Krankheit und Jobverlust vor Reisebeginn

✓ Bei Krankheit im Urlaub, auch bei Covid-19 

✓ Bei Autopannen und Unfällen

✓ Bei Diebstahl von persönlichen Dingen


Kommentar schreiben

Kommentare: 0