In Coronazeiten: Urlaub mit Abstand, Desinfektions- und Hygienemaßnahmen

Wie Corona den Urlaub verändern wird

Abstand, Hygiene, keine Buffets


 

 

In den Urlaub zu reisen, wird sich dieses Jahr deutlich anders anfühlen, denn durch die Corona-Pandemie werden Feriengäste viele Veränderungen spüren. Reisen sind nur möglich, wenn strenge Schutzmaßnahmen erfüllt werden. Was heißt das für Hotels, Restaurants und den Besuch am Strand?

 

Es wird ein anderer Sommer werden, so viel ist jetzt schon gewiss. Jeder Reisende muss sich auf zahlreiche Veränderungen einstellen - denn Deutschland wird einen Sommerurlaub während einer Pandemie erleben. Und das bedeutet vor allem eines: jede Menge Regeln.

 

 

Die komplette Tourismus- und Gastronomiebranche muss dafür sorgen, dass die Feriengäste unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln ihren Urlaub verbringen. Aktuell gilt bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für nicht-touristische Reisen ins Ausland. Es konzentriert sich deshalb vieles auf die Urlaubsaussichten in Deutschland.

 

Niemand will ein zweites Ischgl-Erlebnis

 

Einerseits will die Tourismusbranche den Urlaubern die schönsten Tage des Jahres so entspannt wie möglich machen, andererseits wäre es fatal, wenn ausgerechnet in einem Hotel oder einer Gaststätte ein unkontrollierter Coronavirus-Hotspot entstehen würde. Schließlich haben die deutschen Behörden gelernt, dass der österreichische Skiort Ischgl zu einem Virus-Schleuder-Ort wurde. Weil dort eine Après-Ski-Bar viel zu spät geschlossen worden war und somit unzählige Urlauber aus dem In- und Ausland infiziert wurden, konnte sich das Virus in Europa schnell verbreiten. So etwas möchten Bund und Länder mit den jeweiligen Regeln und Maßnahmen in Deutschland unbedingt verhindern.

 

Die Zeitpläne für die Wiedereröffnung von Gastronomie und Hoteliers obliegen den Ländern - und die haben durchaus sehr unterschiedliche Regelungen, wie sie den Infektionsschutz ausgestalten wollen.

 

Hotels und Gastronomie müssen viele Regeln beachten

 

Durch die Pandemie und die hohe Infektionsgefahr müssen die Hotels viele ihrer Zimmer frei lassen und geringer auslasten. Damit soll sichergestellt werden, dass sich nicht zu viele Menschen in einem Hotel aufhalten.

 

 

Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga müssen 1,5 Meter Mindestabstand für Mitarbeiter und Gäste gewährleistet werden - das gilt für Arbeitsplätze, Gästetische und Verkehrswege in Hotels und Gaststätten. Wo es möglich ist, müssen räumliche Absperrungen geschaffen oder Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden. Mitarbeiter mit Gästekontakt müssen des Weiteren eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

 

Darüber hinaus weist der Verband in den Richtlinien darauf hin, dass die jeweiligen Vorgaben der Bundesländer umgesetzt werden müssen. Beispielsweise, wenn es Begrenzungen bei der Platzkapazität und dem gastronomischen Angebot gibt. So sind teilweise Buffets nicht mehr erlaubt.

 

Ebenso wie in Hotels werden auch in der Gastronomie Gästeströme und Personenanzahl an die neue Situation angepasst. Außerdem sollen sie Gästedaten aufschreiben, damit bei einer möglichen Virus-Übertragung eine Infektionskette durch das Gesundheitsamt nachverfolgt werden kann.

 

Alle Betriebe müssen ihre Hygienekonzepte an die Corona-Situation anpassen und Reinigungs-, Desinfektions- und Hygienemaßnahmen intensivieren. Zudem sollen Kontakte vermindert werden, indem bessere Wegeleitsysteme geschaffen werden.

 

Vorheriges Händewaschen und das Benutzen von Desinfektionsmitteln könnte in Restaurants und Hotels zum Standard werden, damit Gäste und Mitarbeiter geschützt werden. Urlauber sollten sich darüber informieren, welche Regelungen sie in welchem Bundesland betreffen könnten. Gäste können sich beispielsweise bei den jeweiligen Hotels informieren.

 

Abstands- und Hygienekonzepte gelten genauso für Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze. Die jeweiligen Bundesländer entscheiden auch hier über die einzelnen Regelungen.

 

Schönes Wolkenspiel und hohe Wellen am Strand von Fischland im Ostseebad Wustrow mit leeren Strandkörben.
Ostseebad Wustrow: Wenn die Urlauber kommen, dann muss überall ein Mindestabstand eingehalten werden. (Foto: Ina Bärschneider)

 

Sonnen am Strand 

 

Volle Strände bergen ein großes Infektionsrisiko. Aus diesem Grund sind beispielsweise auch die Strandkorbverleiher angehalten, die Körbe weiter auseinanderzuschieben. Somit könnte sich auch die Gesamtanzahl verringern.

 

Wer an Nord- und Ostsee Urlaub macht und am Strand sonnenbadet, der sollte, wie überall, den Mindestabstand zu anderen Menschen einhalten und direkte Kontakte möglichst vermeiden.

 

Drohen knappe Kapazitäten in Deutschland?

 

Der Deutsche Reiseverband sieht in Deutschland knappe Ressourcen, falls ein Auslandsurlaub in diesem Sommer nicht möglich wäre: "Die Kapazitäten im eigenen Land reichen bei Weitem nicht aus, damit alle Reisewilligen auch ihren wohlverdienten Urlaub machen können", erklärt der Verband. "Denn es müssen ja auch Mindestabstände und andere Vorgaben, wie etwa Belegungsquoten für Hotels, beachtet werden - und zum Reisen gehört ja auch eine gewisse Unbeschwertheit", schreibt der Verband in einem Pressestatement.

 

Hotels, die Corona-bedingt nicht alle Urlauber aufnehmen können, empfahl der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, Frühbuchern und Stammgästen den Vorzug zu geben: "Vor Ort muss geschaut werden, welche Gäste wirklich längerfristig gebucht haben", sagte Bareiß gestern im "ntv Frühstart".

 

Auslandsurlaub immer noch offen

 

 

Ob ein Urlaub im europäischen Ausland in diesem Sommer möglich sein wird, ist weiterhin unklar. Dafür müsste die internationale Reisewarnung aufgehoben werden - oder eben bilaterale Abkommen der deutschen Regierung mit anderen Ländern geschlossen werden. Viele Politiker wie Außenminister Heiko Maas oder der Tourismusbeauftragte der Regierung machen klar, dass Reisen nur möglich wären, sofern es in den jeweiligen Ländern niedrige Infektionszahlen gäbe. Außerdem müsse es strenge Hygienekonzepte geben, um die Pandemie weiter unter Kontrolle zu haben.

 

Reisen mit dem Zug

 

Wer mit dem ICE, IC oder Regionalexpress durch das Land reisen will, der muss nach Angaben der Deutschen Bahn eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Auch im öffentlichen Personennahverkehr gilt bundesweit eine Mundschutzpflicht. Bei der Bahn gibt es aber zwei Ausnahmen: "Kinder unter 6 Jahren sind nicht verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen und wer aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, ist dazu auch nicht verpflichtet", erklärt die Bahn auf ihrer Homepage.

 

Reisen mit dem Flugzeug

 

Derzeit gibt es nur einen sehr eingeschränkten Flugverkehr. Lufthansa bittet seine Passagiere, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Auch die Crew trägt eine solche Bedeckung. Je nachdem, mit welcher Airline Reisende unterwegs sind, sollten sie sich vor einem möglichen Flug über solche Vorkehrungen informieren.

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