Corona als Chance für den Deutschland-Tourismus?

Corona als Chance?

Tourismus in Deutschland


Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther sieht die Corona-Krise auch als "Chance" für den inländischen Tourismus. Sommerurlaub in Deutschland sei weiter möglich, sagte er im Bericht aus Berlin.

 

Sommerurlaub? Die Hoffnung darauf haben trotz der Corona-Krise viele Deutsche noch nicht aufgegeben. Laut einer Umfrage von Infratest dimap halten 28 Prozent an ihren Reiseplänen fest, 14 Prozent haben bisher ihre Reise wegen Corona storniert, 31 Prozent haben keinen Urlaub geplant. 

 

"Das wird eine schwierige Saison"

In Deutschland leiden vor allem die drei beliebtesten Urlaubsländer Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Schleswig-Holstein unter den derzeitigen Einschränkungen. "Das wird eine schwierige Saison", sagte Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, im Bericht aus Berlin. Vor allem die Monate März und April seien wichtig fürs Geschäft - bis zu 20 Prozent der Jahreseinnahmen würden da normalerweise gemacht. Sein Eindruck: Der Sommerurlaub sei weiter möglich, die internationalen Reisebeschränkungen sehe er für den inländischen Tourismus auch als "Chance". Ab Mai und Juni rechnet er zumindest wieder mit deutschen Touristen.

 

Um den Neustart zu meistern, plant Schleswig-Holstein ein vierstufiges Modell. Zuerst sollen Besitzer von Zweitwohnungen wieder kommen dürfen, danach private Vermietungen möglich sein. Nach der Öffnung von Hotels will das Land wieder Tagestouristen zulassen.

 

Mützenich warnt vor starken Lockerungen

Menschenleben zu schützen sei gut gelungen, dafür gebe es "große Akzeptanz", sagte Günther. Nun, da die Infektionszahlen gesunken seien, sei es richtig, gesellschaftliches Leben wieder möglich zu machen. Dazu gehöre auch die Bewegung im Freien, betonte der CDU-Politiker.

 

Vor zu vielen Lockerungen warnte dagegen SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Er sprach im Bericht aus Berlin von einem "Wagnis, noch weiter zu gehen". Wenn die Krankheitszahlen wieder anstiegen, stünde Deutschland vor großen Kapazitätsproblemen.

 

Mehrwertsteuersenkung? Mützenich und Günther skeptisch

Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nach einer Mehrwertsteuersenkung für die von der Corona-Krise geplagte Gastronomie stößt auf verhaltene Reaktionen: Mützenich sagte, dies sei "erstmal nicht der entscheidende Schlüssel". Günther warnte: "Wir sollten nicht zu viel in diesen Zeiten versprechen." Es gehe um aktuelle Hilfen, nicht um Erleichterungen in ferner Zukunft.

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