Fällt der Sommerurlaub wegen Corona ins Wasser?

Corona macht unseren Sommerurlaub kaputt

Politiker sehen keine Hoffnung für Reisen


Kanzleramts-Chef zu BILD: Besser noch keine Familienfeiern planen

 

Nur langsam und vorsichtig sollen die Beschränkungen wegen der Corona-Krise wieder aufgehoben werden – das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch beschlossen.

 

Doch nicht nur das ist anders, als sich viele Menschen in Deutschland erhofft haben. Für unseren Sommerurlaub sieht es in diesem Jahr richtig düster aus.

 

Die bittere Botschaft der Politiker: Corona macht unseren Sommerurlaub kaputt. Ganz normal zu verreisen, wird wahrscheinlich nicht möglich sein.

 

Am Mittwoch machte schon Bayerns Regierungschef Markus Söder (53, CSU) klar: Urlaub im Ausland wird dieses Jahr schwer. Zu BILD sagte er: „Meine Einschätzung ist, wenn man das Infektionsgeschehen anderer Länder anschaut, ist der Urlaub wohl besser in Deutschland zu machen, wo es wundervolle Ziele gibt.“

 

Allerdings noch nicht jetzt! Nach den Beschlüssen sollen die Menschen in Deutschland vorerst weiter auf private Reisen verzichten. Das gilt auch für überregionale touristische Tagesausflüge. In Küstenländern wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gilt sogar ausdrücklich ein Einreiseverbot für Touristen – die Regelungen dazu wurden bis zum 3. Mai verlängert. 

Wann kann ich ein Familienfest wieder planen?

Kanzleramts-Chef Helge Braun (47, CDU) rät ausdrücklich auch davon ab, für den Sommer Familien-Feste wie etwa Hochzeiten zu planen. Bei BILD sagte er: „Wenn man eine Veranstaltung macht mit 150 Gästen aus dem ganzen Bundesgebiet, dann ist das aus der Sicht des Infektionsgeschehens momentan auch nicht gut.“

 

Die Botschaft der gestrigen Beschlüsse laut Braun: „Die ganz großen Dinge für den Sommer noch nicht planen.“ Das Risiko, dass sie später abgesagt werden müssten, sei zu groß, da das Virus im Sommer noch da sein werde.

Voller Nordsee-Strand auf Borkum mit Strandkörben und vielen Menschen beim Urlaub in Deutschland.
Strand auf Borkum. So voll wird es in diesem Sommer 2020 wohl nicht werden.

Werden Badeseen und Strände überhaupt geöffnet?

Es ist sogar zu befürchten, dass Sommerausflüge in Deutschland wegfallen. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57, SPD) zu BILD: „Ich persönlich glaube, dass wir Badeseen und Strände in diesem Sommer nicht öffnen können. Sonst droht eine noch größere Infektionswelle und ein noch härterer Lockdown im Herbst. Jetzt ist alles auf Kante genäht, wir müssen bei allen weiteren Lockerungen und Erleichterungen äußerst konservativ sein.“

 

Im ZDF-Talk bei Lanz hatte er am Mittwochabend bereits gesagt: „Der Sommerurlaub im klassischen Sinn wird nicht stattfinden. Das gilt für Besuche in Freibädern, auf Festivals, im Fußballstadion. Selbst Wegfliegen ist für mich nicht vorstellbar. Ostsee, Badesee – keine Chance.“

 

Saarland-Ministerpräsident Tobias Hans (42, CDU) warnte ausdrücklich vor zu frühen Lockerungen und appelliert an die Geduld der Deutschen: „Es ist jetzt zu früh, um über den Sommerurlaub zu debattieren“, sagte er am Donnerstagmorgen dem Sender RTL.

Tourismus-Branche fürchtet Pleitewelle

Angesichts dieser Botschaften zeigt sich die Reisebranche schockiert! Es geht die große Angst vor einer Pleitewelle um.

 

„Es ist jetzt mit einer weiteren großen Stornierungswelle zu rechnen, die die Liquidität vieler Betriebe übersteigen wird. Das ausgefallene Ostergeschäft ist in weiten Teilen des Tourismus’ nicht mehr nachzuholen“, warnte Norbert Kunz, Chef des Deutschen Tourismusverbands (DTV).

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