Studie zu Corona-Auswirkungen

Ein Start-up aus Hamburg, das Marktforschungsergebnisse innerhalb weniger Stunden generiert, hat nun eine Verbraucherstudie zu den aktuellen Folgen der Corona-Krise im Alltag durchgeführt. Die Ergebnisse zeichnen kein gutes Bild für die Touristik.

Ein Beitrag aus der FVW von Helena Birkner vom 28.3.2020

Urlaub ist für Deutsche eine der geringsten Sorgen


Das Marktforschungsinstitut Appinio hat in einer aktuellen Studie zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Alltag und das Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung untersucht. Teilaspekte davon waren auch Bereiche, die für die Touristik relevant sind.

 

Abgefragt wurde beispielsweise, inwiefern verschiedene öffentliche Verkehrsmittel aufgrund der aktuellen Gesamtlage als sicher empfunden werden. Die Ergebnisse: Als (überhaupt) nicht sicher in Bezug auf Corona eingeschätzt werden von einer Mehrheit der Befragten

  • Flugzeuge: 80 Prozent
  • U- und S-Bahnen: 79 Prozent
  • ICE/IC/Regio-Züge: 76 Prozent
  • Busse: 76 Prozent
  • Schiffe/Fähren: 74 Prozent
  • Ride-, Carsharing und Taxis: 58 Prozent

Fortbewegungsmittel ohne oder mit wenig Fremdkontakt nehmen die Befragten hingegen als deutlich sicherer wahr, wie das Fahren im privaten PKW (80 Prozent), Zufußgehen (52 Prozent) und Fahrradfahren (49 Prozent).

Wenig überraschend ist, dass ein Großteil der Befragten angab, nun weniger Urlaub zu machen (62 Prozent) und weniger Städtetrips zu unternehmen (60 Prozent). 31 Prozent aller Befragten haben aufgrund der Corona-Krise eine Reise verschoben – 15 Prozent davon freiwillig, 16 Prozent waren dazu gezwungen.

 

19 Prozent gaben hingegen an, ihre geplante Reise nicht verschoben oder abgesagt zu haben. Von den Personen, die überhaupt eine Reise geplant hatten (50 Prozent der Befragten), haben 63 Prozent diese Reise abgesagt oder verschoben. Davon hat die Hälfte die Reise freiwillig gecancelt, die andere Hälfte wurde dazu gezwungen. Die weiteren 37 Prozent haben ihre Reise wie geplant angetreten. 

Gesundheit und Konjunktur wichtiger als Urlaub


Diese Bedenken fallen damit in die Kategorie "Kleinste Sorgen". An erster Stelle bei den "Größten Sorgen" steht die mögliche Ansteckung von Angehörigen und Freunden mit dem Coronavirus (50 Prozent), gefolgt von Massenpanik (40 Prozent) und langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen (37 Prozent).

 

Auch zählen Urlaube zu den Käufen, die mit am ehesten wegen der Corona-Pandemie aufgeschoben werden (Platz 3 im Ranking), nur übertroffen von der Anschaffung eines Fernsehers (Platz 2) und vom Autokauf (Platz 1). 

 

Die Studie soll laut Appinio in den folgenden Wochen regelmäßig neu erhoben werden, um Zeitverlaufsdaten abbilden zu können. Bei der zugrunde liegenden Methodik handelt es sich um einen mobilen Fragebogen mit 34 Fragen, der über die Appinio-App ausgespielt wird.

 

Die Feldzeit der aktuellen Erhebung waren der 17. und 18. März. Teilgenommen haben 2500 Personen in Deutschland – 1251 Männer und 1249 Frauen – zwischen 16 und 65 Jahren. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 40,7 Jahre.

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